7 Tipps für erfolgreiche Online-Kurse

7 Tipps für die Erstellung erfolgreicher Online-Kurse

Magda Lehnert E-Learning Grundlagen, E-Learning Inhalte & Design

Lesedauer: 5 Minuten
Sie wollen einen Online-Kurs erstellen, das didaktische Konzept samt Zielgruppenanalyse, Lernpfad und Storyboard liegen bereits fertig vor Ihnen? Im Storyboard haben Sie bereits eine Auswahl an potenziellen Medien festgelegt, mit denen Sie Ihre Inhalte vermitteln wollen? Dann sind Sie nun soweit, Ihren E-Learning Kurs im Autorentool umzusetzen. Doch wann setzt man eigentlich welche Medien ein? Wie lang darf ein Text sein? Und wie oft sollten Interaktionselemente auftauchen? In diesem Beitrag finden Sie 7 konkrete Tipps, die Ihren  Online-Kurs garantiert zum Erfolg machen.

1. Weniger ist mehr

Wenn Sie an Ihre Studienzeit zurückdenken, werden Sie sich sicher an Momente erinnern, in denen Sie neues Lernmaterial in die Hände bekommen haben. Je dicker das Skript, desto mehr sank die Motivation. Um genau dieser Überforderung und Demotivation vorzubeugen, gilt beim Online-Kurs die Maxime: Weniger ist mehr. In Ihrem didaktischen Konzept haben Sie den Online-Kurs bereits klar strukturiert sowie die Themen und Unterthemen festgelegt. Bei der Erstellung gilt es nun darauf zu achten, die Teilnehmenden nicht mit einer Informationsflut zu überfordern. Reduzieren Sie dafür zunächst Ihre Texte auf ein nötiges Minimum, vermeiden Sie unnötige Füllwörter und Redundanzen. Darüber hinaus werden Sie in Ihrem Autorentool (im Optimalfall) jede Menge Elemente finden, die Ihnen dabei helfen, die Inhalte interaktiv aufbereiten zu können.

Arbeiten Sie mit Boxen, Collagen, Zeitleisten, Sprechblasen, Tabellen, Akkordeons, Hotspots, Fragen, Quizzes, interaktiven Videos! So sprengen Sie lange Textpassagen auf und gestalten den Inhalt in abwechslungsreicher Form, sodass die Lernenden den Lernstoff in kleinen Häppchen serviert bekommen und immer wieder gefragt sind, selbst zu interagieren. Durch den Einsatz unterschiedlicher Darstellungsformen bringen Sie Abwechslung in Ihren Kurs und überladen ihn nicht durch reinen Textcontent. Eine einfach verständliche Navigation hilft dabei, sich im Kurs zurechtzufinden.

2. Schaffen Sie Interaktivität

Während man gelesenen Text relativ schnell wieder vergisst, kann man sich Informationen umso besser merken, wenn man selbst direkten Einfluss auf das Geschehen am Bildschirm nehmen kann. Ganz egal, ob nun interaktive Tabs, Ausklappboxen, Bilder- und Textkarusselle, Akkordeons, Buttons, Hotspots, interaktive Flipcards und Videos – je mehr die Lernenden in die Situation kommen, mit dem Inhalt zu interagieren, desto steiler wird die Lernkurve sein. Scheuen Sie sich nicht davor, die gesamte Bandbreite der angebotenen Elemente auszuschöpfen. Achten Sie aber darauf, dass Sie gerade zu Beginn des Implementierungsprozesses die Lernenden nicht gleich überfordern. Legen Sie sich beim ersten Kurs auf eine bestimmte Auswahl an Elementen fest und führen Sie erst mit jedem neuen Kurs neue Elemente ein. So können sowohl Sie als Autor*In als auch die Lernenden nach und nach die Interaktionselemente kennenlernen.

3. Quizze und Tests

Wissen muss regelmäßig überprüft werden, damit es sich auch wirklich festigt. Bevor es aber zur eigentlichen Prüfung geht, helfen Quizze und Tests dabei, die Lernenden spielerisch vorzubereiten. Nicht nur, da sie so ihr Wissen unter Beweis stellen und sich selbst überprüfen können, sondern auch, da Quizze sukzessiv die Angst vor großen Prüfungen abbauen. Die Kontrollfragen können an jeder Stelle im Kurs eingebunden werden und unterschiedlich umfangreich ausfallen. Verschiedene Fragetypen ermöglichen eine abwechslungsreiche und inhaltsbasierte Gestaltung der Tests.

4. Abwechslung für alle Lerntypen

Erfahrungsgemäß sind ab einer gewissen Anzahl an Teilnehmenden auch alle Lerntypen vertreten. Da jeder Lerntyp Informationen auf eine bestimmte Weise am besten aufnehmen kann, gilt es möglichst abwechslungsreich Elemente zu nutzen, die auch wirklich alle fünf Typen ansprechen. Nur so können Sie sicherstellen, dass keine Gruppe an Lernenden vernachlässigt und demotiviert wird. Dabei kommt Ihnen zugute, dass sich viele Menschen nicht nur einem einzelnen, sondern oftmals zwei Lerntypen zuordnen lassen. Grundlegend gilt dabei: Je mehr Sinne in einem Element angesprochen werden, desto höher ist der Lernerfolg. Aus diesem Grund sind Videos nach wie vor das beliebteste Lernmedium, weil darin sowohl der visuelle als auch der auditive Lerntyp angesprochen wird.

Der visuelle Lerntyp
lernt über das Sehen, Lesen, Anschauen und Beobachten. Bildliche Darstellungen, Schaubilder und grafisch strukturiertes Lernmaterial unterstützen den Prozess.

Der auditive Lerntyp
verarbeitet besonders gut, was er gehört hat. Vorlesen, Vorträge und eigenes Verbalisieren helfen beim Lernen.

Der haptische Lerntyp
erlernt neues Wissen am besten durch praktisches Tun. Sein Lernerfolg ist am größten, wenn er selbst aktiv werden kann.

Der lesend-schreibende Lerntyp
merkt sich Wissen am besten durch Lesen und Rezipieren der wichtigsten Informationen.

Der kommunikative Lerntyp
lernt am besten über den Austausch mit anderen. Ihm helfen Diskussionen und eigene Vorträge.

Folgend finden Sie eine Übersicht, welche Elemente aus Knowledgeworker Create & Knowledgeworker Share zu welchem Lerntyp passen:


visuell

  • Videos (mit und ohne Breaks)
  • Bilder mit Hotspots
  • Zuordnungsfragen (Text/Bild oder Bild/Bild)
  • Bildauswahlfragen
  • Zeitleisten
  • Bildercollagen
  • Boxen in unterschiedlichen Designs

auditiv

  • Videos (mit und ohne Breaks)
  • Audiodateien

kommunikativ

  • Gruppenchat
  • Feedbackfunktion
  • Kommentare

Hinweis: Diese Elemente werden nicht durch das Autoren-Tool selbst, sondern durch das Learning Management System abgebildet.

lesend-schreibend

  • Lückentext
  • interaktive Tabs
  • Fließtext
  • Zeitleisten
  • Infoboxen
  • Zuordnungsfragen (Text/Text)
  • Dialogfragen
  • Sprechblasen
  • Aufklappboxen
  • Hot-Spot Texte

5. Gamification souverän nutzen

Während Interaktionen die erste Stufe sind, um die Teilnehmenden ins Geschehen zu involvieren, geht Gamification viel weiter: Hier werden Spielelemente in einen Nicht-Spiel-Kontext übertragen. Lernende profitieren von den schnellen Feedbacks, dem logischen Lernpfad, den wechselnden Perspektiven aber auch von der Emotionalität, die automatisch beim Spielen entsteht. Neugier und Ehrgeiz fördern die persönliche Motivation, die Herausforderung erfolgreich zu bestehen. Auf spielerischem Wege wiederholen und festigen die Teilnehmenden so bereits erlangtes Wissen aus den Kursen. Beispielsweise können Mitarbeitende mit Knowledgeworker Quiz gegeneinander oder gegen einen virtuellen Gegner antreten und dabei Wettbewerbe und Duelle bestreiten.

6. Barrierefreiheit

Beachten Sie beim Einsatz der Elemente, dass immer die Option zu einer alternativen Ausgabe besteht, damit ggf. auch Menschen mit Einschränkungen die Kurse vollständig nutzen können. Lösungen können beispielsweise die Ausgabe von Sprechertexten als Audio, die Bedienbarkeit mittels Tastatursteuerung und die Ausgabe von alternativen Texten für Bildmedien sein. Sind bei den betreffenden Mitarbeitenden unterstützende Technologien wie Screenreader im Einsatz, können diese bereits viele Lösungsansätze bieten.

7. Responsivität

Sämtliche Inhalte sollten natürlich voll responsiv sein, damit sie auf jedem Endgerät nutzbar sind. Idealerweise sollte Ihr Autoren-Tool selbstständig und ohne zusätzliche Programmierung in der Lage sein, die Kurse responsiv anzulegen.

Fazit

Ein erfolgreicher Online-Kurs sollte klar strukturiert sein und eine einfache Navigation aufweisen. Ist diese Voraussetzung gegeben, können Sie tief in die “Trickkiste” an Elementen greifen. Ziel ist es dabei, große Textmengen in möglichst kleinen Häppchen aufzuteilen und die Teilnehmenden in das Geschehen zu involvieren. Eine abwechslungsreiche Nutzung der Elemente garantiert, dass Sie dabei auch wirklich alle Lerntypen berücksichtigen. Achten Sie jedoch darauf, Ihre Mitarbeitenden nicht zu überfordern, wenn Sie die ersten Online-Kurse erstellen.

Lassen Sie sich inspirieren!

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