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E-Learnings schneller erstellen dank KI

OpenGraph: KAI – Künstliche Intelligenz in Knowledgeworker Create

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Diversity im E‑Learning

Digitales Lernen für alle

 
Diversity im E‑Learning

Es wäre falsch zu behaupten, dass Diversity im Corporate Learning immer wichtiger wird – sie war es seit jeher, nur bekommt das Thema endlich die Aufmerksamkeit, die es schon von Beginn an verdient hätte. Denn wo könnte Chancengleichheit und die Berücksichtigung von verschiedenen sozialen und kulturellen Hintergründen und Lebensrealitäten wichtiger sein, als im Bereich der Bildung? Auch wenn dabei immer der ethische Aspekt die Hauptmotivation sein sollte, bringt Diversity im E‑Learning den Unternehmen auch wirtschaftliche Vorteile… In diesem Beitrag lesen Sie, was “Diversity im E‑Learning” umfasst, welche Vorteile sich ergeben, wenn Sie der Diversität Ihrer Belegschaft auch im Bereich der digitalen Bildung mehr Beachtung schenken und wie Sie ganz einfach für mehr Diversity sorgen können.

 

Was versteht man unter Diversity im E‑Learning?

Sprechen wir von Diversity, ist weit mehr gemeint als die verschiedenen Formen, die das umstrittene soziale Konstrukt von Geschlecht annehmen kann. Es geht also nicht nur um die Gleichstellung von Männern, Frauen und diversen Menschen, sondern um die Sichtbarmachung und Berücksichtigung aller Diversitätsdimensionen, die das digitale Lernen auf individuelle Weise beeinflussen kann: Alter, Herkunft, Elternschaft, Religion, Bildungsstand, … Statt in der Individualität einen Störfaktor zu erkennen, verfolgt die Beachtung von Diversityaspekten im E‑Learning das Ziel, gleichberechtigte Zugänge zur digitalen Bildung zu schaffen und alle Lernenden gleichermaßen anzusprechen und zu fördern. Folgerichtig setzt die Beachtung von Diversity voraus, sich die unterschiedlichen gesellschaftlich bedingten Ausgangssituationen von Individuen bewusst zu machen.

 
Nadine Pedro
Nadine Pedro, chemmedia AG

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Diversity-Aspekte, die für das E‑Learning relevant sein können

Soziographische und individuelle Aspekte

Alter, Geschlecht, ethnische und religiöse Zugehörigkeit, Muttersprache, Behinderung, individueller Lerntyp, Zeitmanagement, Wohnverhältnisse, Kommunikationsvorlieben, sexuelle Orientierung, Betreuungspflichten, fachliches Vorwissen, Mobilität, Einkommen, …

Technische Aspekte und Medienkompetenz

Eigentum an technischen Geräten (oder Mitbenutzung), Qualität der technischen Geräte, Internetverbindung, Medienkompetenz, Vorerfahrung mit E‑Learning, Fähigkeiten zur Online-Kommunikation, …

 

Wie sich Diversity im E‑Learning berücksichtigen lässt

Wie eingangs erwähnt, setzt die Beachtung von Diversity voraus, sich die unterschiedlichen gesellschaftlich bedingten Ausgangssituationen von Individuen bewusst zu machen und sich für die unterschiedlichen Bedürfnisse in puncto Lernprozess zu sensibilisieren. Individuelle Interviews und Umfragen unter Ihren Mitarbeitenden können Aufschluss geben. Auch ein Verständnis, wie Diskriminierung wirkt, hilft, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. So gibt es viele Formen der Diskrimierung, die vollkommen subtil wirken, ohne auf offenen Aggressionen begründet sein zu müssen. 

Ziel ist es, die Lernumgebung möglichst flexibel zu gestalten und vielfältige Wege der Wissensaneignung zu ermöglichen, die eben jene individuellen Gegebenheiten berücksichtigen.

Um nur ein paar konkrete Beispiele zu nennen: 

  • Eltern von jungen Kindern können Zuhause nur schwerlich komplexe Online-Kurse belegen, weil sie vermutlich immer wieder abgelenkt werden. 
  • BIPOC werden sich schwerer mit Inhalten identifizieren können, wenn immer nur weiße Personen auf Bildern gezeigt werden. 
  • Ältere Menschen können sich diskriminiert fühlen, wenn immer nur in negativen Zusammenhängen vom Alter gesprochen wird. 
  • Und werden die E‑Learning Inhalte immer nur in Text und Bild dargestellt, werden die auditiven Lerntypen nur sehr viel weniger motiviert und erfolgreich lernen können. 

Die Beispiele machen deutlich, dass es die unterschiedlichsten Aspekte zu beachten gilt und dass die Beachtung von Diversität untrennbar mit dem Lernerfolg verbunden ist. Tatsächlich kann man sogar sagen: Je individueller das Lernerlebnis, je größer die Identifikation der Lernenden mit den Inhalten, desto höher die Lernmotivation und auch das Lernergebnis.

 

Pretests sind die einfachste Möglichkeit, individuelles Vorwissen zu berücksichtigen und alle Lernenden zeitsparend auf den gleichen Bildungsstand zu bringen. Werden die Fragen bereits im Pretest, vor dem eigentlichen Online-Kurs, richtig beantwortet, werden die zugehörigen Lernziele als bestanden gekennzeichnet und müssen nicht mehr bearbeitet werden. So wird die Wiederholung von bereits vorhandenem Wissen vermieden, sodass keine Langeweile und damit einhergehende Demotivation entstehen. Dieses Vorgehen steigert bei den Lernenden die Freude am Wissenserwerb, schont ihre kognitiven Ressourcen und verkürzt die Lernzeit. Andersherum, im Fall von Wissenslücken, belegen die Lernenden automatisch zuerst die nötigen Basiskurse und werden nicht durch Verständnisprobleme und später negative Prüfungsergebnisse demotiviert.

Lernpfade geben an, in welcher Reihenfolge Kurse belegt werden sollen und können beliebig mit Pretests kombiniert werden. So kann sichergestellt werden, dass aufeinander aufbauendes Wissen auch wirklich von den Grundlagen an gelernt wird. Gleichzeitig bringt die bewusste Entscheidung gegen Lernpfade den Lernenden zusätzliche Freiheit. Spielt die Reihenfolge der Kurse keine Rolle, können Lernende nach ihren individuellen Bedürfnissen wählen, die die Autor*innen vielleicht noch nicht einmal erahnen können. Denn wie oben bereits erwähnt: Je höher die Individualität, desto besser das Lernergebnis. Demnach sind die Lehrpfade eine geeigneter Aspekt, um noch mehr Selbstbestimmung zu ermöglichen.

Mit dem Einsatz verschiedener Medien und Lernmethoden können die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Lerntypen berücksichtigt werden. Ein Anfang ist es, ausgewogen Audio, Text, Bild und Video einzusetzen. Im Optimalfall aber haben die Lernenden sogar an den entscheidenden Elementen, die bspw. Zusammenhänge erklären oder Anleitungen geben, die Wahl aus den verschiedenen Medien, sodass garantiert alle Lernenden das Wissen in der für sie effizientesten Form aufzunehmen.

Durch Responsivität wird sichergestellt, dass die Inhalte auch an jedem beliebigen Gerät dargestellt werden können und nicht einzelne Nutzer*innen durch die Wahl ihres Devices ausgeschlossen werden.

Fast 10% der deutschen Bevölkerung gilt als schwerbehindert. Ca. 35.000 sind sehbehindert, ca. 80.000 Menschen sind gehörlos und ca. 16 Millionen schwerhörig. Die digitale Barrierefreiheit gewährleistet, dass alle Menschen, auch jene mit eingeschränktem Seh- und Hörvermögen, eingeschränkter Motorik, kognitiven und temporären Einschränkungen die Lernangebote wahrnehmen können. Die Maßnahmen zur Umsetzung von digitaler Barrierefreiheit sind zwar in den meisten Fällen leicht umzusetzen, jedoch in ihrer Gesamtheit komplex. Deshalb finden Sie zu diesem Thema einen separaten Artikel.

Wesentlich in der Beachtung von Diversity im E‑Learning ist die Sprache, da durch die Distanz zwischen Autor*innen/Tutor*innen und Lernenden die reale Repräsentanz der Vielfalt verloren geht. Gleichsam ist die Sprache die effektvollste Möglichkeit, um (möglichst) alle Realitäten einzuschließen. Eine 100%ige Abbildung aller Diversitäten ist wahrscheinlich auch mit Sprache nicht möglich, doch helfen folgende Prinzipien sich anzunähern:

  • Repräsentation von Personen in den von ihnen bevorzugten Bezeichnungen
  • Mensch mit Assistenzbedarf, Muslime/Muslimin, ÖsterreicherIn afrikanischer Herkunft, Roma und Sinti, … Im Zweifelsfall, fragen Sie Ihre Mitarbeitenden, welche Bezeichnung sie bevorzugen.
  • geschlechtsneutrale Formulierung und gendergerechte Sprache
  • Achten Sie darauf, bei persönlichen Ansprachen immer alle Geschlechter anzusprechen (Liebe Teilnehmerin, lieber Teilnehmer). Bei der Nennung von unbestimmten Personengruppen sollte hingegen möglichst eine genderneutrale Form verwendet werden (Mitarbeitende statt Mitarbeiter), um wirklich alle Lernenden einzuschließen und so die größtmögliche Identifizierung zu ermöglichen.
  • Werden Einzelbeispiele angeführt und kommen Handlungsträger*innen zum Einsatz, ist Kreativität gefragt – denn nichts eignet sich besser, um möglichst viele Realitäten sichtbar zu machen! 
    • Handlungsträger*innen sollten ausgewogen männlich und weiblich sein
    • Handlungsträger*innen sollten auch regelmäßig nicht-typischen Rollenbildern zugeordnet werden (Vater holt Kind von der Kita ab, Vater arbeitet Teilzeit, Mutter arbeitet Vollzeit, Ärztin behandelt Patienten, …)
    • Verzicht auf klischeehafte Beschreibungen wie “der Mann mit den breiten Schultern”, “die zierliche Frau”, … vor allem in direkter Gegenüberstellung
    • bewusste Repräsentation von verschiedenen Kulturen und Altersstufen (Familienausflug am Sabbat statt am Sonntag, …)
  • Achtung außerdem, dass das Altern nicht nur als gesellschaftliches Problem behandelt, Arbeit nicht nur als Erwerbsarbeit beschrieben und Behinderung nicht nur aus der Außenperspektive als Leiden definiert wird.

Ganz ähnlich wie mit der Sprache verhält es sich auch mit Bild- und Videomaterial: Beides eignet sich hervorragend, um verschiedenste Diversitäten abzubilden. Männer, Frauen, Muslim*innen, Jüd*innen, BIPOC, Transgender, verschiedene sexuelle Orientierung immer dann, wenn Paare gezeigt werden, Männer und Frauen in nicht-klischeehaften Rollen... In den einschlägigen Bilddatenbanken finden Sie genügend Auswahl.

 

Wirtschaftliche Vorteile von Diversity im E‑Learning

Inzwischen dürfte deutlich sein, dass die Berücksichtigung von Diversity im Unternehmen nicht nur ethische, emanzipatorische und gesellschaftspolitische Ziele verfolgt, sondern sich letztlich auch positiv auf wirtschaftliche Aspekte auswirken wird. 

Diversity verbessert die Lernergebnisse

Je höher die Individualität im E‑Learning, desto höher auch die Identifikation der Lernenden mit dem Material, die Relevanz und schließlich auch die Motivation. Und wir wissen: Wer motiviert ist zu lernen, wird letztlich auch die besseren Lernergebnisse erzielen und dabei in der Regel auch deutlich weniger Zeit zum Lernen benötigen. Andersherum kann das Gefühl, ausgeschlossen oder gar diskriminiert zu werden, zum genauen Gegenteil führen.

Diversity stärkt die Mitarbeiterbindung

Logisch: Je mehr sich Mitarbeitende gesehen und in ihrer Diversität wertgeschätzt fühlen, desto lieber werden sie auch bleiben – anders, als wenn sie sich in ihren gegebenen Eigenschaften immer wieder übergangen oder sogar diskriminiert fühlen.

Diversity bereichert das Image

Gleichzeitig trägt Diversity – egal in welchem Bereich – immer positiv zum Image des Unternehmens bei. Die Vorteile zieht man sowohl im Recruiting, als auch gegenüber den Mitarbeitenden, der Presse und Kundschaft. Dies gilt auch, wenn Sie aktuell eine nur wenig diverse Belegschaft beschäftigen, da die Beachtung von Diversity ein Zeichen dafür ist, wie sich ein Unternehmen gesellschaftspolitisch positioniert und bereit ist, Flagge zu bekennen.

 

Rechtliche Grundlage

Wenn es auch kein klares Regelwerk zu Diversity im E‑Learning gibt, besteht jedoch mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, kurz AGG, eine rechtliche Grundlage für sämtliche Maßnahmen, die auch im Bereich der Bildung gegen Diskriminierung zu ergreifen sind.

§ 1 AGG: Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.

Der zweite Paragraph konkretisiert, dass das Gesetz insbesondere (3) “den Zugang zu allen Formen und allen Ebenen der Berufsberatung, der Berufsbildung einschließlich der Berufsausbildung, der beruflichen Weiterbildung und der Umschulung sowie der praktischen Berufserfahrung” und (7) die “Bildung” betreffe.

 

Fazit.

Die Haltung zu Diversity und Inklusion zeigt sich auch und insbesondere im Corporate Learning, wo sich entscheidet, ob Unternehmen tatsächlich für Chancengleichheit sorgen und allen Mitarbeitenden dieselben Möglichkeiten einräumen, sich weiterzubilden und aufzusteigen. Die Umsetzung ist denkbar einfach: Allein Sprache und Medien bieten unzählige Möglichkeiten, Diversitäten zu berücksichtigen. Professionelle E‑Learning Softwares unterstützen darüber hinaus mit Tools zur Adaption und Individualisierung.

 
Magda Lehnert | Bloggerin
Magda Lehnert
Texterin
 

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Titelbild: Jacob Lund/shutterstock.com