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E-Learnings schneller erstellen dank KI

OpenGraph: KAI – Künstliche Intelligenz in Knowledgeworker Create

Ab sofort unterstützt Sie die optionale Knowledgeworker Artificial Intelligence – kurz KI-KAI – bei der Erstellung hochwertiger Lerninhalte im Learning Content Management System Knowledgeworker Create. 

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3 klassische Lerntheorien und warum sie für modernes E‑Learning so wichtig sind

Didaktische Grundlagen des E‑Learnings

 
 

Behaviorismus, Kognitive Lerntheorie, Lernen durch Einsicht, Cognitive Apprenticeship, … Die Liste der Lerntheorien ist lang, doch ist es noch keiner gelungen, die allumfassende Wirklichkeit abzubilden. Dennoch bergen die klassischen Lerntheorien auch heute – Jahrzehnte und Jahrhunderte nach ihrer Formulierung – fundamentales Wissen, ohne das auch modernes E‑Learning nicht funktionieren kann. Im Gegenteil: Die wichtigsten didaktischen Grundlagen des E‑Learnings lassen sich tatsächlich aus Lerntheorien des 20. Jahrhunderts ableiten, die dabei ironischerweise sogar bestätigen, weshalb E‑Learning noch so viel erfolgreicher ist als analoge Weiterbildung. Um Ihnen die unangenehme Arbeit zu ersparen, sich in die doch recht trockenen Theorien einzulesen, haben wir für Sie die drei interessantesten ausgewählt, verständlich erklärt und konkrete Aussagen für die didaktische Gestaltung Ihrer E‑Learning Inhalte abgeleitet.

 

Was sind eigentlich Lerntheorien?

Wir lernen ein Leben lang jeden Tag. Doch wie genau der Lernprozess funktioniert, ist schwer zu sagen. Deshalb beschäftigen sich Forschende seit Jahrzehnten, wenn nicht sogar seit Jahrhunderten (die erste Lerntheorie stammt wohl aus dem antiken Griechenland) damit, wie genau der Lernprozess stattfindet. Daraus entwickelten sich mit der Zeit verschiedene Lerntheorien. Keiner ist es jedoch gelungen, die Wirklichkeit zu 100% abzubilden. Jede einzelne hat ihre Wahrheiten, jedoch auch ihre Lücken oder Schwächen.

Lerntheorien sind Modelle und Hypothesen, die versuchen Lernen paradigmatisch psychologisch zu beschreiben und zu erklären. Der augenscheinlich komplexe Vorgang des Lernens, also der relativ stabilen Verhaltensänderung, wird dabei mit möglichst einfachen Prinzipien und Regeln erklärt.

Trotz ihrer jeweiligen Schwächen enthalten die Lerntheorien das notwendige Grundlagenwissen, das es braucht, um didaktische Konzepte zu erstellen – auch für E‑Learning Inhalte. Denn obwohl sich die technischen Hilfsmittel verändert haben mögen, die beim Lernen genutzt werden, hat sich die Psychologie des Lernens an sich nicht verändert.

 

Lerntheorien im Überblick

Learning by doing

Lernen durch Machen

antikes Griechenland

unbekannt

behavioristische Lerntheorie

Reiz-Reaktions-Modell, Black Box Modell

1920er Jahre

Pawlow, Watson, Skinner

kognitivistische Lerntheorie

informationsverarbeitendes Denken, Lernen am Modell

1950er Jahre

Bandura

konstruktivistische Lerntheorie

eigenes Erleben und Erfahren

1950er

Piaget, Aebli

Erfahrungsbasiertes Lernen

Lernen ist nur mittels eigener Erfahrung effektiv

1950er

Dewey

Cognitive Apprenticeship

Lernen unterstütztes Beobachten und unterstützte Eigentätigkeit

1989

Collins, Brown

Anchored Instructions

Lernen durch Narrative 

1990

Bransforf

Lernen durch Einsicht

spontanes Erkennen von Zusammenhängen durch Experimentieren und Umdenken

1990er

Koffka, Köhler, Wertheimer

 

3 ausgewählte Lerntheorien

und welche relevanten Aussagen sie für die didaktische Gestaltung von E‑Learning Inhalten enthalten

 

1. Lerntheorie: Erfahrungsbasiertes Lernen

[John Dewey, 1950er]

Die Lerntheorie des erfahrungsbasierten Lernens besagt, dass nur das Lernen mittels eigener Erfahrung wirklich effektiv ist, weil neues Wissen nur im Rahmen des persönlichen Erfahrens und Erlebens interpretiert werden kann. Somit darf man die Lerntheorie als eine Weiterentwicklung des “Learning by doing”-Prinzips verstehen, das wohl schon im antiken Griechenland bekannt war, wobei das erfahrungsbasierte Lernen zusätzlich einen starken Fokus auf die Bedürfnisse der Lernenden legt. Dem liegt der Gedanke zugrunde, dass man nur nachhaltig lernt, wenn die Inhalte auch einen unmittelbaren positiven Einfluss auf den Alltag der Person haben.

 

Erfahrungsbasiertes Lernen im E‑Learning anwenden durch Micro Learning im konkreten Moment of Need

Stellen Sie sich vor, wie viel wertvolle Zeit Sie sparen würden, wenn Sie für jedes Problem sofort die passende Lösung parat hätten – der Grundgedanke des Learning on Demand. Wie bei jedem “On Demand-System” liegt auch beim “Learning on Demand” das Hauptaugenmerk auf dem konkreten “Moment of Need”. Ein Moment of Need entsteht im Weiterbildungskontext dann, wenn ein konkretes Problem auftritt. Learning on Demand nutzt genau dieses Potential kognitiver Leistungsfähigkeit und unterstützt den Lernprozess, indem Mitarbeitende sofort auf die benötigte Lösung zugreifen und sie sofort anwenden können.

Umgesetzt wird das Lernen im konkreten Moment of Need am besten durch Micro Learning – schließlich will man die Lösung sofort und nicht erst, wenn man sich stundenlang durch Lernmaterial gearbeitet hat, das nur am Rande mit dem konkreten Problem zu tun hat. Micro Learning beschreibt kleine digitale Lern-Snacks von 1 - max. 15 Minuten Länge, wobei man das Lernformat natürlich frei und passend zum jeweiligen Inhalt wählen kann. Das Beste daran: Micro Learning Inhalte lassen sich mit Knowledgeworker schnell und einfach aus bereits bestehenden E‑Learning Kursen generieren, ohne die Inhalte nochmal erstellen zu müssen. Nehmen Sie später Änderungen vor, werden diese – sofern gewünscht – auch an alle anderen Stellen übertragen, an denen die Inhalte genutzt werden.

 
Nadine Pedro
Nadine Pedro, chemmedia AG

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2. Lerntheorie: Anchored Instructions

[John Bransford, 1990]

Anchored Instructions verdienen deshalb in Hinblick auf die Gestaltung moderner, digitaler Weiterbildungsinhalte so viel Aufmerksamkeit, da die Lerntheorie eigens für multimediale Lernumgebungen entwickelt wurde. Basierend auf dem Instruktionsdesign der 1950er Jahre, wird Wissen durch narrative Lernwelten vermittelt. Anders ausgedrückt: Es werden Geschichten erzählt, die als roter Faden durch die Inhalte führen. Diese Art des Lernens gilt deshalb so effektiv, da sie durch den Unterhaltungswert maßgeblich Motivation und Interesse der Lernenden steigert und eine Identifikation erlaubt, wie es auch Romane, Filme und Hörspiele tun.

Um es etwas konkreter zu machen: Seit jeher kennt unser Gehirn, genauer gesagt die Amygdala, die für die Bewertung emotionaler Reize zuständig ist, Geschichten. Geschichten über Säbelzahntiger, über die Jagd, übers nackte Überleben. Hollywood pur, das unsere Amygdala zum vielleicht verwöhntesten und anspruchsvollsten unserer Hirnteile gemacht hat. Dabei steht sie in unmittelbarer Verbindung zum Hippocampus, der wiederum eine zentrale Rolle bei der Langzeit-Gedächtnisbildung einnimmt. Möchte man nun also mit neuem Wissen den Hippocampus erreichen, gilt es zuerst, die Amygdala zu überzeugen. Und wie könnte man das besser, als mit einer neuen, spannenden Geschichte, nach denen sie so süchtig ist!?

 

Anchored Instructions im E‑Learning anwenden mit szanariobasiertem Lernen

Keine Lerntheorie macht es leichter als die Anchored Instructions, sie im E‑Learning anzuwenden, bedenkt man, dass sie eigens hierfür entwickelt wurde, auch wenn 1990 die technischen Möglichkeiten natürlich noch nicht annähernd so ausgereift waren wie heute. Umso leichter ist es jetzt, mit einer professionellen Autorensoftware Geschichten zu erzählen. Noch nie war es leichter, mit eigens entwickelten Charakteren (denken Sie zum Beispiel an “Die Maus”) durch E‑Learning Kurse zu führen, Videos und Audiodateien zu produzieren und einzubinden oder Fallstudien zu visualisieren.

Mehr noch: Sogenanntes szenariobasiertes Lernen ermöglicht es sogar, reale Kommunikations- und Handlungssituationen virtuell zu simulieren und die Person vor dem Screen zum aktiven Protagonisten ihrer eigenen Geschichte zu machen. Die Reaktion des virtuellen Coaches erfolgt dabei immer in Abhängigkeit von den jeweils gewählten Handlungs- und Kommunikationsoptionen der Lernenden, sodass eine reale Gesprächsdynamik entsteht. Durch die intensive Verbindung von erfahrungsbasiertem und narrativem Lernen in audiovisuellen Medienformaten,gilt szenariobasiertes Lernen derzeit als eine der erfolgreichsten Lernmethoden!

 

3. Lerntheorie: Der Konstruktivismus

[1950er Piaget, Aebli]

Die Theorie des Konstruktivismus besagt, dass Lernen ein aktiver Konstruktionsprozess ist, in dem sich alle Menschen eine individuelle Repräsentation der Welt erschaffen. Was eine Person genau lernt, hängt also von ihrem individuellen Vorwissen und der konkreten individuellen Lernsituation ab. Somit ist Lernen laut des Konstruktivismus ein individueller Aufbauprozess, bei dem eine zielgerichtet handelnde Person aktiv nach Informationen sucht. Die gefundenen Informationen werden anhand des Vorwissens interpretiert, um daraus neue Auffassungen von der Wirklichkeit abzuleiten.

Der wichtigste Punkt, in dem sich die Theorie von jeder anderen unterscheidet ist der, dass der Konstruktivismus die Vermittlung von Wissen durch eine Lehrperson für unmöglich hält, weil das Wissen von jedem Menschen immer wieder entsprechend der individuellen Auffassung der Wirklichkeit selbstständig neu konstruiert und erweitert werden muss. Weil die Lerntheorie damit ein hohes Maß an Eigenverantwortung voraussetzt, ist sie für die digitale Weiterbildung umso interessanter, da auch sie im Optimalfall auf einer positiven Lernkultur mit einem hohen Maß an intrinsischer Motivation, Freiräumen zum Lernen und selbstgesteuerten Lernprozessen basiert.

 

Die konstruktivistische Lerntheorie im E‑Learning anwenden durch Adaptives Lernen

Digitalisierte Weiterbildung ermöglicht ein gänzlich neues Level an Individualität, von dem die analoge Welt nur träumen konnte. Das Zauberwort: Adaptive Learning. Gemeint ist das Erlernen von individuell benötigten Wissen zum individuell richtigen Zeitpunkt in individueller Lerngeschwindigkeit. Waren die Lernenden, ihre Lernumgebungen, die Lerngeschwindigkeiten und die Lernzeiten bisher unbekannt und blieben unberücksichtigt, ermöglicht die Adaption die kontinuierliche Anpassung des E‑Learning Angebots auf die aktuelle Lernsituation. Basis bilden dabei die Nutzerdaten und das Nutzerverhalten. Beispielsweise kann bei Pre-Tests das Vorwissen der Lernenden ermittelt werden, um die nachfolgenden Lerninhalte entsprechend anzupassen. Während so einerseits Sorge getragen wird, dass niemand sich überfordert fühlt, dürfen andererseits jene, die bereits Vorwissen mitbringen, die entsprechenden Lerninhalte überspringen. Dabei sparen sie nicht nur Zeit, sondern bleiben auch motiviert, statt sich vor dem Screen zu langweilen.

Professionelle E‑Learning Softwares bieten jedoch noch eine Reihe anderer Adaptions-Möglichkeiten!

 

Die konstruktivistische Lerntheorie im E‑Learning anwenden durch selbstgesteuertes Lernen

Fragen Sie sich selbst: Wann wären Sie motivierter zum Lernen – wenn Sie gezwungenermaßen auf Vorrat lernen müssten, egal, ob Sie das Wissen gerade brauchen oder nicht, oder wenn Sie entsprechend Ihrer Ziele und vielleicht sogar genau dann lernen könnten, wenn Ihnen das neue Wissen zur Lösung eines konkreten Problems verhelfen würde? Die Antwort bildet die Grundlage des sogenannten selbstgesteuerten Lernens.

Möglichkeiten, die Steuerung den Lernenden zu übertragen, gibt es mehrere: Dazu zählt zum Beispiel die freie Wahl von Lernzeit- und Ort, die Einflussnahme auf den Lernprozess (z.B. In welcher Reihenfolge belege ich Kurse?) und die Wahl zwischen verschiedenen Methoden und Werkzeugen. Zusätzlich können sogar optionale Inhalte, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Arbeitsalltag stehen, die Entwicklung der Mitarbeitenden bereichern. Je mehr dieser Möglichkeiten genutzt werden, desto selbstbestimmter ist der Prozess. All das lässt sich besonders effektiv im E‑Learning praktizieren: Neben der allgemeinen Orts- und Zeitunabhängigkeit, bieten professionelle Learning Management Systeme und Autorensoftwares die Möglichkeit, individuelle Lernpfade zu gestalten und komplexe Kurse in kleine Micro-Learning Einheiten zu unterteilen. Gamification Tools geben den Mitarbeitenden zusätzliche Möglichkeiten, selbstbestimmt ihr Wissen zu festigen.

Der größte Vorteil: Kommt die Motivation zum Lernen von den Mitarbeitenden selbst und wird nicht von außen (extrinsisch) bestimmt, sind die kognitiven Fähigkeiten am stärksten. Entsprechend wird neu erlerntes Wissen besonders lang behalten und ist deutlich länger abrufbar als nach extrinsisch motivierten Lernprozessen.

 

Fazit.

Lerntheorien sind sehr viel mehr als verstaubtes Grundlagenwissen! Nach wie vor finden sich in ihnen wertvolle Erkenntnisse über die Art, wie Menschen lernen. Die Uneinigkeiten der Forschenden und die sich immer wieder ändernden Ansätze sind dabei keineswegs ein Zeichen von Unwissenheit, sondern vielmehr für die Komplexität des menschlichen Lernprozesses. Umso wichtiger ist es, Lerninhalte möglichst vielseitig zu gestalten, Lernformate auszuprobieren und immer wieder an die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeitenden anzupassen. So werden Sie mit der Zeit erkennen, welche Lernmethoden in Ihrem Unternehmen am erfolgreichsten sind. Wir unterstützen Sie gern bei der Entwicklung Ihrer E‑Learning Strategie und der passenden didaktischen Konzepte.

 
Magda Lehnert | Bloggerin
Magda Lehnert
Texterin
 

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Titelbild: Dusan Petkovic/shutterstock.com