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SCORM-Datei erstellen

Vom Autorentool bis zum erfolgreichen LMS-Test

 

Eine SCORM-Datei verbindet Ihren Onlinekurs mit dem Learning Management System. Sie enthält nicht nur Texte, Bilder, Videos und Fragen. Das Paket sorgt auch dafür, dass das LMS den Kurs öffnen und, abhängig von den gewählten Einstellungen, Bearbeitungsstand, Abschluss oder Testergebnis erfassen kann. Ein SCORM-fähiges Autorentool übernimmt die Paketierung. 

Dieser Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt von den Ausgangsinhalten bis zum einsatzbereiten SCORM-Kurs.

 
 

Was benötigen Sie, um eine SCORM-Datei zu erstellen?

Für ein einsatzbereites SCORM-Paket benötigen Sie zwei Dinge:

  1. Ein SCORM-fähiges Autorentool, in dem Sie Ihren Onlinekurs strukturieren und gestalten, um Interaktionen ergänzen und die Abschlussbedingungen definieren.
  2. Ein kompatibles Learning Management System, in dem Sie den Kurs den Lernenden bereitstellen und die Lernstände oder Ergebnisse erfassen.

Das Autorentool erstellt beim Export eine ZIP-Datei mit allen benötigten Bestandteilen. Diese Datei laden Sie unverändert in das LMS. Sie sollten das ZIP-Paket vorher weder entpacken noch einzelne Dateien umbenennen, da sonst Verweise innerhalb des Pakets beschädigt werden können.

Wenn Sie zunächst verstehen möchten, wie der Standard aufgebaut ist und wie SCORM mit einem LMS kommuniziert, lesen Sie ergänzend unseren Grundlagenartikel „SCORM einfach erklärt".

 
Janet Beier | Senior Marketing Manager

Janet Beier

Director Marketing

Mit über 20 Jahren Marketing-Erfahrung und 8 Jahren in der E‑Learning-Branche gestaltet sie den digitalen und kulturellen Wandel aktiv mit. Digitalisierung, KI und kulturelle Veränderungen faszinieren sie, ebenso wie die Frage, wie man Menschen im Fortschritt begleitet. Ihre Leidenschaft gilt dem Schreiben, dem strategischen Denken und dem Ziel, Orientierung und Inspiration zu schaffen.
  • Digitalisierung & Wandel gestalten
  • Strategisches Marketing
  • Content-Strategie & Marketing
 

SCORM 1.2 oder SCORM 2004: Welche Version sollten Sie wählen?

In vielen Autorentools können Sie beim Export zwischen SCORM 1.2 und SCORM 2004 wählen. Welche Version richtig ist, hängt vor allem von Ihrem LMS und den Anforderungen an die Auswertung ab,

 

SCORM 1.2

SCORM 1.2 ist weit verbreitet und wird von sehr vielen Lernplattformen unterstützt. Für klassische Onlinekurse mit Bearbeitungsstatus, Abschluss und einfachem Testergebnis ist diese Version häufig ausreichend.

 

 

SCORM 2004

SCORM 2004 trennt unter anderem Abschluss- und Erfolgsstatus deutlicher und bietet erweiterte Möglichkeiten für Sequenzierung und Navigation. Ob und in welchem Umfang Ihr LMS diese Funktionen unterstützt, sollten Sie vor dem Export prüfen.

 

Unsere Empfehlung

Wählen Sie nicht automatisch die neuere Version. Fragen Sie zuerst beim LMS-Anbieter oder in der technischen Dokumentation nach, welche SCORM-Version für Ihre Plattform empfohlen wird. Wenn Sie Kurse für mehrere Lernplattformen produzieren, testen Sie jede relevante Kombination aus SCORM-Version, Exportkonfiguration und LMS.

 

SCORM-Datei Schritt für Schritt erstellen

1. Lernziel und Zielgruppe festlegen

Beginnen Sie nicht mit dem Exportformat, sondern mit der Lernaufgabe. Was sollen die Teilnehmenden nach dem Kurs wissen oder anwenden können? Welche Vorkenntnisse bringen sie mit? Und wie erkennen Sie, ob das Lernziel erreicht wurde?

Ein klar definiertes Lernziel hilft Ihnen, Inhalte zu reduzieren, passende Interaktionen auszuwählen und sinnvolle Abschlussbedingungen festzulegen.

 

2. Ausgangsinhalte sammeln und strukturieren

Sichten Sie vorhandene Präsentationen, PDFs, Leitfäden, Videos und Dokumente. Teilen Sie den Stoff in überschaubare Kapitel oder Wissensbausteine. Wiederverwendbare Module erleichtern spätere Aktualisierungen und können in weiteren Kursen eingesetzt werden.

Übernehmen Sie bestehende Unterlagen nicht ungeprüft. Eine Präsentationsfolie ist noch keine gute Lernseite. Kürzen Sie lange Textpassagen, ergänzen Sie Beispiele und führen Sie die Lernenden mit einer nachvollziehbaren Dramaturgie durch das Thema.

 

3. Onlinekurs im Autorentool aufbauen

Legen Sie die Kursstruktur im Autorentool an und kombinieren Sie Texte, Bilder, Videos, Interaktionen und Fragen. Achten Sie dabei auf:

  • eine klare Navigation,
  • kurze und verständliche Lerneinheiten,
  • responsive Darstellung auf verschiedenen Endgeräten,
  • barrierearme beziehungsweise barrierefreie Gestaltung,
  • verständliche Rückmeldungen bei Übungen und Tests,
  • ein konsistentes Corporate Design.

Moderne Autorentools unterstützen Sie dabei mit Vorlagen, wiederverwendbaren Bausteinen und KI-Funktionen. Dadurch müssen Sie weder HTML noch die SCORM-Schnittstelle selbst programmieren.

 

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4. Abschluss- und Erfolgsbedingungen definieren

Vor dem Export müssen Sie festlegen, wann der Kurs als bearbeitet, abgeschlossen oder bestanden gelten soll. Je nach Autorentool und LMS können dafür beispielsweise folgende Kriterien genutzt werden:

  • alle verpflichtenden Seiten wurden besucht,
  • ein bestimmter Anteil des Kurses wurde bearbeitet,
  • ein Abschlusstest wurde durchgeführt,
  • eine festgelegte Punktzahl wurde erreicht,
  • eine explizite Abschlussaktion wurde ausgelöst.

Dokumentieren Sie diese Logik. So können Sie bei späteren Tests eindeutig beurteilen, ob das LMS den richtigen Status erhält.

 

5. SCORM-Version und Exportoptionen auswählen

Wählen Sie die vom Ziel-LMS unterstützte SCORM-Version. Prüfen Sie außerdem den Kurstitel, die Sprache, das Startverhalten und, sofern vorhanden, Einstellungen zur Navigation, Größenanpassung oder Ergebnisübertragung.

Vergeben Sie einen eindeutigen Dateinamen, zum Beispiel “arbeitsschutz-grundlagen-v1.zip”. Eine nachvollziehbare Benennung verhindert Verwechslungen, wenn mehrere Versionen eines Kurses im Umlauf sind.

 

6. SCORM-Paket exportieren

Starten Sie den Export im Autorentool. Das Ergebnis ist in der Regel eine ZIP-Datei. In dieser befinden sich die Kursdateien und eine Manifestdatei, anhand derer das LMS Inhalt und Struktur des Pakets erkennt. 

Laden Sie die erzeugte ZIP-Datei direkt in das LMS. Entpacken und verändern Sie das Paket nur, wenn Sie genau wissen, welche Auswirkungen die Änderung auf Manifest, Dateipfade und Kommunikation mit dem LMS hat.

 

Welche Einstellungen müssen vor dem Export geprüft werden?

Ein technisch gültiges Paket ist noch keine Garantie dafür, dass der Kurs im Lernbetrieb das gewünschte Verhalten zeigt. Klären Sie deshalb vorab:

  • Soll das LMS nur den Abschluss oder auch ein Testergebnis speichern?
  • Welche Punktzahl gilt als bestanden?
  • Dürfen Lernende den Kurs nach dem Abschluss erneut öffnen?
  • Soll der Kurs an der zuletzt besuchten Stelle fortgesetzt werden?
  • Gibt es verpflichtende Kapitel oder Fragen?
  • Welche Sprache und welcher Kurstitel sollen im LMS erscheinen?
  • Wird der Kurs in einem neuen Fenster oder innerhalb der Lernplattform geöffnet?

Die verfügbaren Optionen unterscheiden sich je nach Autorentool und LMS. Halten Sie die getestete Konfiguration als Standard für weitere Kurse fest.

 

SCORM-Paket im LMS testen

Testen Sie den Kurs immer im tatsächlichen Ziel-LMS. Eine Vorschau im Autorentool prüft die didaktische und visuelle Darstellung, aber nicht die komplette Kommunikation mit Ihrer Lernplattform.

Testablauf

  1. Laden Sie das ZIP-Paket als neuen Testkurs in das LMS.
  2. Weisen Sie den Kurs einem Testkonto zu.
  3. Öffnen Sie ihn aus Sicht eines Lernenden.
  4. Bearbeiten Sie zunächst nur einen Teil und schließen Sie das Kursfenster.
  5. Öffnen Sie den Kurs erneut und prüfen Sie, ob er an der erwarteten Stelle fortgesetzt wird.
  6. Absolvieren Sie den Kurs mit einem bestandenen Ergebnis.
  7. Kontrollieren Sie Abschlussstatus, Punktzahl und gegebenenfalls Bearbeitungszeit im LMS.
  8. Wiederholen Sie den Test mit einem nicht bestandenen Ergebnis und einem zweiten Browser oder Endgerät.

Testen Sie bei wichtigen oder verpflichtenden Schulungen zusätzlich mit verschiedenen Nutzerrollen und in der produktionsnahen Umgebung. Dokumentieren Sie SCORM-Version, Exportdatum, Autorentool-Version, LMS und Testergebnis.

 

Häufige Fehler beim Erstellen und Importieren von SCORM-Dateien

Das ZIP-Paket wurde verändert

Werden Dateien nach dem Export verschoben, umbenannt oder gelöscht, stimmen die Verweise im Paket möglicherweise nicht mehr. Exportieren Sie im Zweifel erneut aus dem Autorentool.

Die falsche SCORM-Version wurde gewählt

Ein LMS kann SCORM grundsätzlich unterstützen und dennoch eine bestimmte Version oder einzelne Funktionen nur eingeschränkt verarbeiten. Nutzen Sie die vom LMS-Anbieter empfohlene Einstellung.

Abschluss und Bestehen werden verwechselt

Ein Kurs kann vollständig bearbeitet, aber nicht bestanden sein. Prüfen Sie, welche Statuswerte Ihr Autorentool übermittelt und wie das LMS sie darstellt.

Es wurde nur die Vorschau getestet

Die Vorschau zeigt nicht, ob Status, Punktzahl und Fortsetzung korrekt übertragen werden. Ein vollständiger Test im LMS ist unverzichtbar.

Neue Kursversionen überschreiben Ergebnisse

Klären Sie vor einem Update, wie Ihr LMS neue SCORM-Pakete behandelt. Abhängig von Plattform und Vorgehen können laufende Bearbeitungen oder Reportings beeinflusst werden. Testen Sie Updates zunächst an einer Kopie des Kurses.

 

Wie wählen Sie das passende SCORM-Autorentool aus?

Die Fähigkeit, eine ZIP-Datei zu exportieren, reicht als Auswahlkriterium nicht aus. Entscheidend ist, wie effizient Ihr Team hochwertige und langfristig wartbare Lerninhalte produziert.

Achten Sie insbesondere auf:

  • Unterstützung von SCORM 1.2 und SCORM 2004,
  • einfache Kurserstellung ohne Programmierkenntnisse,
  • responsive und barrierefreie Ausgabe,
  • Vorlagen und interaktive Inhaltselemente,
  • Fragen, Tests und konfigurierbare Abschlusslogik,
  • Zusammenarbeit, Review und Freigabe,
  • zentrale Wiederverwendung von Inhalten,
  • Übersetzungs- und Variantenmanagement,
  • kontrollierte KI-Unterstützung,
  • weitere Publikationsmöglichkeiten wie xAPI oder Weblink,
  • nachvollziehbare Versionen und zuverlässigen Support.

Wenn Sie nur einen einzelnen Kurs erstellen, kann ein einfaches Autorentool genügen. Sobald mehrere Personen, Marken, Zielgruppen, Sprachversionen oder regelmäßig aktualisierte Kurse hinzukommen, werden zentrale Content-Verwaltung und integrierte Prozesse deutlich wichtiger.

 

SCORM-Dateien mit Knowledgeworker Create erstellen

Knowledgeworker Create unterstützt SCORM 1.2 und SCORM 2004. Sie erstellen den Kurs in einer webbasierten Autorenumgebung und veröffentlichen Kurse oder einzelne Wissensbausteine anschließend als SCORM-Paket für Ihr LMS.

Das Autorentool eignet sich besonders für Unternehmen, die nicht nur eine SCORM-Datei exportieren, sondern den gesamten Produktionsprozess effizient organisieren möchten. Dazu gehören:

  • KI-gestützte Erstellung und Überarbeitung von Lerninhalten,
  • Weiterverarbeitung vorhandener PDFs und PowerPoint-Dateien,
  • responsive und barrierefreie Kurse,
  • gemeinsame Erstellung, Review und Freigabe,
  • zentrale Wiederverwendung von Inhalten,
  • integrierte Übersetzung und Verwaltung mehrsprachiger Kurse,
  • Veröffentlichung als SCORM 1.2, SCORM 2004 oder xAPI.

So bleibt das LMS für Zuweisungen, Lernende und Nachweise zuständig, während Knowledgeworker Create die Erstellung, Pflege und Veröffentlichung Ihrer Lerninhalte übernimmt.
 

 

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Fazit.

Eine gute SCORM-Datei entsteht vor dem Export

Das technische Paket wird mit wenigen Klicks erzeugt. Ob der Kurs im Arbeitsalltag funktioniert, entscheidet sich jedoch früher: durch ein klares Lernziel, eine verständliche Struktur, passende Interaktionen und eindeutig definierte Abschlussbedingungen.

Wählen Sie die SCORM-Version passend zu Ihrem LMS, testen Sie das exportierte Paket mit realistischen Lernverläufen und dokumentieren Sie die funktionierende Konfiguration. So vermeiden Sie Probleme beim Rollout und schaffen einen wiederholbaren Prozess für weitere Onlinekurse.

 

FAQ

Sie erstellen den Lerninhalt in einem SCORM-fähigen Autorentool, legen Abschluss- und Erfolgsbedingungen fest und exportieren den Kurs anschließend als ZIP-Paket. Dieses Paket wird unverändert in ein kompatibles LMS geladen.

Einige Autorentools können PowerPoint-Dateien importieren oder wie Knowledgeworker Create mithilfe von KI bereits direkt in einen interaktiven Onlinekurs überführen.

Ein SCORM-Paket wird üblicherweise als ZIP-Datei exportiert und in dieser Form in das LMS hochgeladen. Die ZIP-Datei enthält neben den eigentlichen Lerninhalten auch die für das LMS notwendigen Struktur- und Steuerungsinformationen.

Das hängt von Ihrem LMS und den gewünschten Auswertungen ab. SCORM 1.2 wird sehr breit unterstützt. SCORM 2004 bietet unter anderem eine klarere Trennung von Abschluss und Erfolg sowie erweiterte Sequenzierung. Maßgeblich ist die Empfehlung Ihres LMS-Anbieters.

Importieren Sie das Paket in das Ziel-LMS und bearbeiten Sie es mit einem Testkonto. Prüfen Sie mindestens Fortsetzung, Abschluss, bestandenes und nicht bestandenes Ergebnis sowie die Darstellung in unterschiedlichen Browsern oder auf verschiedenen Endgeräten.

Knowledgeworker Create unterstützt SCORM 1.2 und SCORM 2004. Kurse und Wissensbausteine können als SCORM-Paket veröffentlicht und in kompatiblen Learning Management Systemen eingesetzt werden.

 
 

Bildquelle: Andrey_Popov/shutterstock.com