Das sind die E-Learning Trends 2022!

Magda Lehnert E-Learning Trends

Lesedauer: 6 Minuten

Wenn die Pandemie 2021 eines unterstrichen hat, dann dass Weiterbildung mehr denn je nach Individualität und Flexibilität verlangt! Bisherige E-Learning Trends wie Micro Learning, Blended Learning, Adaptive Learning und Video Learning bleiben deshalb bestehen, finden 2022 aber ihre logische Weiterentwicklung in Form neuer Tools und Lernmethoden. Sie alle versprechen höhere Lernerfolge, da sich das Lernen sowohl inhaltlich als auch organisatorisch noch bedarfsgerechter in den individuellen Tagesablauf integrieren lässt. Gleichzeitig wird die Distanz zwischen Medium und Lernenden dank VR, KI und Co. immer kleiner.


Lesen Sie in diesem Blogbeitrag:

Das sind die 5 E-Learning Trends für 2022!

1. Informelles Lernen – Lernerfolg durch Freiheit

Während Unternehmen bisher vor allem auf formale Weiterbildungen gesetzt haben, die in einem bestimmten pädagogischen Rahmen bestimmte Inhalte behandeln, werden diese zunehmend durch informelles Lernen ergänzt. Hybride Arbeitsmodelle, die ständige Weiterentwicklung der Technologien, der zunehmende Konsum on-demand und der allgemeine Trend hin zu mehr Individualität machen deutlich, dass formale Schulungen – wenn auch bereits als E-Learning umgesetzt – nicht als alleiniger Bildungsansatz bestehen können. Zumindest nicht dann, wenn Unternehmen in Form höherer Lernerfolge von den immensen Vorteilen der neuen Flexibilität profitieren wollen. 

Diese Überlegungen finden Bestätigung im 70:20:10 Modell. Das Modell besagt, dass gerade einmal 10% des Wissens durch klassische Bildung gewonnen werden. Die übrigen 70% des Wissens werden durch erfahrungsbezogenes Lernen am Arbeitsplatz und zu 20% durch soziale Interaktionen gelernt. Informelles Lernen findet deshalb genau dort statt, wo die Macht formaler Weiterbildungen endet: Am Arbeitsplatz, im Familienkreis, mit Kollegen oder in der Freizeit.


70:20:10 Modell des Lernens
Informelles Lernen ist dabei nicht strukturiert und führt auch üblicherweise nicht zur Zertifizierung. Stattdessen erlangt man beim informellen Lernen selbstgesteuert Wissen, das in alltäglichen Arbeits- und Lebenssituationen vorkommt und nicht das Lernen selbst, sondern eine konkrete Problemlösung zum Ziel hat. Weil Probleme aber nicht nach Plan auftreten, ist das Wissen jederzeit und überall on-demand und im jeweiligen Moment-of-Need abrufbar.


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2. Hybrides Lernen – Lernerfolg durch Flexibilität

Das Hybride Lernen ist ähnlich wie Blended Learning, ein Ansatz zur Wissensvermittlung, der Präsenzunterricht und virtuelles Lernen kombiniert. Der Hauptunterschied zwischen beiden Ansätzen besteht aber darin, dass Blended Learning von Anfang an versucht, analoges und virtuelles Lernen geplant auszubalancieren, während beim Hybriden Lernen die jeweils im Moment passendste Lernform in Abhängigkeit vom Lernziel flexibel bereitgestellt wird. Ein aktuelles Beispiel macht die Theorie klarer: Wenn Lernende oder Dozent:innen, die bisher in Präsenzveranstaltungen zusammengekommen sind, auf einmal in Quarantäne müssen, kann die Lehrveranstaltung trotzdem in einem virtuellen Kurs-Setting weitergeführt werden. Ist die Quarantäne aufgehoben, steht es den Teilnehmenden wieder frei zur Präsenzveranstaltung zu kommen oder das virtuelle Lernen beizubehalten.


Lesetipp: Mobile Learning – die technische Grundlage für hybrides Lernen

Was in heutigen Zeiten fast schon die “neue Normalität” ist, bietet jedoch auch unabhängig der Pandemie eine großartige Möglichkeit, um kontinuierliche Weiterbildungen in den Alltag der einzelnen Mitarbeitenden zu integrieren. Sowohl Lernform, Ort, Zeit, und Device können frei gewählt werden – eine Freiheit, die Mitarbeitende, Schüler:innen und Kund:innen auch ohne Corona-Restriktionen nicht wieder hergeben werden wollen.


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3. Selbstregulierendes Lernen – Lernerfolg durch Selbstbestimmung

Selbstregulierendes Lernen beschreibt einen Lernvorgang, der von den Lernenden selbst ausgeht, also auf deren individuellen intrinsischen Motivation basiert. Statt nach festgelegten Strukturen zu lernen, ermöglicht man es den Lernenden eigenständig Ziele zu setzen, den Lernprozess selbst zu überwachen, die Ergebnisse zu bewerten und die neuen Erkenntnisse für zukünftiges Lernen zu nutzen. Realisieren lässt sich das selbstregulierende Lernen bspw. über die Lernplattform, auf der die Lernenden frei aus relevanten, aber auch optionalen Fachinhalten wählen und die jeweiligen Kurse in beliebiger Reihenfolge absolvieren können. Selbstreflexionen durch Fragen und optionale Übungen am Ende des Kurses fördern den Prozess zusätzlich. 

Der Vorteil: Die Selbstbestimmung individuell gewählter Lernpfade steigert nicht nur nachhaltig die Motivation und die Zufriedenheit, sondern trainiert gleichzeitig auch in anderen Situationen, bspw. im Arbeitsalltag, selbstbestimmter und damit effektiver zu handeln.

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4. Personalisiertes Lernen – Lernerfolg durch Individualiät

Je mehr das E-Learning sich nach den individuellen Bedürfnissen und Gegebenheiten der einzelnen Lernenden richtet, desto motivierter und in Folge erfolgreicher sind die Teilnehmenden. Logisch – wer genau das Wissen erlernt, das zum jeweiligen Zeitpunkt benötigt wird, ohne dabei unnötig Zeit in Wiederholungen längst bekannten Wissens zu investieren, spart nicht nur wertvolle Ressourcen, sondern ist auch motivierter.

Selbiges gilt, wenn die Lernenden sich mit beschriebenen Situationen und Bildern identifizieren können. Eine technische Personalisierung sorgt zudem dafür, dass zum Beispiel Teilnehmenden, die unterwegs im mobilen Netz lernen, das Wissen statt in langen Videos eher in Grafiken oder Bildern vermittelt wird. Realisieren lässt sich die Individualisierung bspw. durch individuelle Lernpfade, zielgruppenspezifische Inhalte und andere adaptive Mechanismen wie Pre-Tests und Kurs-Reflexionen.

Knowledgeworker Create und Knowledgeworker Share verfügen über spezielle Features für Adaptives Lernen, mit denen sich der Lernprozess selbst als auch die Inhalte personalisieren lassen. 

5. Szenariobasiertes Lernen – Lernerfolg durch Realitätsnähe

Theoretisches Wissen, im pädagogischen Kontext auch Sekundärerfahrung genannt, ist wertvoll und wichtig, doch prägt es sich dann dann am besten ein, wenn es in der Praxis als sogenannte Primärerfahrung erprobt werden kann. Moderne E-Learning Technologien machen es möglich, sich diesen Effekt bereits im Lernprozess zunutze zu machen, indem virtuelle, aber realitätsnahe Lernerlebnisse geschaffen werden. Möglich wird dies unter anderem durch Virtual Reality. Statt bspw. in einem Schulbuch über die Erbauung von Pyramiden zu lesen, ermöglicht VR die Distanz zwischen Medium und Lernenden fast vollständig zu durchbrechen und selbst “dabei zu sein”, wenn tausende Arbeiter im flimmernden Sonnenlicht der Wüste die Steine der Cheops-Pyramide aufeinander hieven.

Für den Einsatz im Unternehmenskontext gibt es auch kostengünstige Lösungen für szenariobasiertes Lernen – so bspw. virtuelle Verhaltenstrainer, mit denen Mitarbeitende individuelle Verkaufs- oder Beratungsgespräche trainieren können.

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E-Learning in der Zukunft: Lernen mithilfe Künstlicher Intelligenz

Jahrelang wurde KI als teure und quasi unerreichbare Technologie verkauft, die nur für einige einzigartige Zwecke entwickelt wurde. Inzwischen wissen wir jedoch, dass bereits jetzt jede Person mit einem Smartphone Zugang hat zu Künstlicher Intelligenz: Google Assistent und Siri sind nur zwei Beispiele dafür, wie sich KI bereits ganz selbstverständlich in unseren Alltag integriert. Dabei beschränkt sie sich nicht nur auf virtuelle Assistenten sondern kann in so ziemlich jedem digitalen Bereich Anwendung finden – so bspw. auch beim E-Learning. Viele LMS benutzen KI zur Datenautomatisierung, um auf Basis von gesammelten Informationen individuelle Strategien zu empfehlen und Lerngewohnheiten zu verbessern. Auch wenn die KI nach und nach durch neue Datensätze “dazulernt” und erst im Laufe der Zeit immer intelligenter wird, ist die Technologie jetzt bereits in der Lage, die Lernerfolge enorm zu steigern.

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Fazit

Das E-Learning Jahr 2022 steht gänzlich unter dem Stern der Individualisierung. Neue Modelle wie Hybrides und Informelles Lernen sind die nur logische Antwort auf die zunehmende Flexibilität, die sowohl Arbeit als auch Freizeit bieten. Auch wenn viele dieser Entwicklungen erst durch die Pandemie eine zwingende Notwendigkeit gefunden haben, werden die neuen Lernmethoden dank ihrer bisher ungekannten Individualität und Effektivität auch unabhängig von Restriktionen bestehen. Denn wer wird schon freiwillig am Ende von Lockdowns, Quarantänen & Co. Lernmethoden wieder abgeben wollen, die es zuvor endlich ermöglicht haben, Weiterbildung und Wissenserwerb ganz nach individuellen Bedürfnissen in Alltag zu integrieren? Noch dazu, wenn sie so viel umweltfreundlicher und ressourcensparender sind als frühere Lernmethoden?

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