Checkliste Auswahl Autorensoftware

E-Trainings selbst erstellen: Mit dieser Checkliste finden Sie die richtige E-Learning Autorensoftware

Magda Lehnert E-Learning Grundlagen, E-Learning Inhalte & Design, E-Learning Software

Lesedauer: 6 Minuten

Will man im Unternehmen E-Learning einführen, ist es gar nicht so leicht, sich im Dschungel der Softwares und Möglichkeiten zurechtzufinden. Welches Tool braucht es überhaupt für die Erstellung eines Online-Kurses? Und wie genau organisiere ich das virtuelle Lernen zielgruppenspezifisch über verschiedene Abteilungen hinweg? Im Artikel “E-Learning Software für Unternehmen” haben wir deshalb schon die drei grundlegenden Tools vorgestellt, die es fürs E-Learning im Unternehmen braucht: Das Learning Content Management System (LCMS), das Learning Management System (LMS) und die Gamification Apps.

In diesem Beitrag gehen wir nun intensiv auf das Learning Content Management System (LCMS) ein. Sie erfahren, welche Aufgaben die Autorensoftware übernimmt, welche Vorteile sie Ihnen bei der Erstellung von Online-Kursen bietet und welche 13 Features sie unbedingt mitbringen muss, wenn Sie Ihre Mitarbeiter professionell schulen wollen. Außerdem geben wir Ihnen eine Checkliste an die Hand, die 60 Auswahlkriterien beinhaltet, anhand derer Sie die perfekte Softwarelösung für Ihre Anforderungen finden.


Lesen Sie in diesem Blogbeitrag:

E-Trainings selbst erstellen: Ganz einfach mit E-Learning Autorensystemen

Das Learning Content Management System:
Die Software zur Erstellung von Online-Kursen

Autorentool, Autorensoftware, Learning Content Management System… manchmal sind die Begrifflichkeiten des E-Learnings einfach zum Mäusemelken. Wir können Sie jedoch beruhigen, alle drei Begriffe meinen dasselbe: Eine Software mit der Sie ohne Programmierkenntnisse eigene E-Learning Kurse erstellen können. Vielleicht kennen Sie Content Management Systeme schon aus anderen Bereichen… für die Erstellung von Webseiten und Blogs werden beispielsweise gern Wordpress oder Typo3 genutzt. Diese Content Management Systeme ermöglichen es dem Anwender, Inhalte in einem Backend zu erstellen und diese Inhalte zu verwalten, ohne dabei programmieren zu müssen. Der Fokus der Anwender liegt also ausschließlich auf den Inhalten. Design und Erscheinungsbild werden dabei separat durch ein Template geregelt, das einmalig an das Corporate Design des Unternehmens angepasst und auf sämtliche Darstellungen übertragen wird.

Ein Learning Content Management System (kurz: LCMS) funktioniert genauso wie ein Content Management System, wurde aber speziell für die Erstellung und Verwaltung von E-Learning Kursen entwickelt, um Lerninhalte auf didaktischer/pädagogischer Grundlage zu erstellen. Hierfür bieten Autorentools im Idealfall auch jede Menge spezielle Features, die das E-Learning erfordern. 

Die Vorteile eines Autorentools im Überblick

  • Sie sehen gleich im Editor, wie Ihre Kurse später bei den Teilnehmenden aussehen werden [WYSIWYG]
  • Sie müssen über keine Programmierkenntnisse verfügen.
  • Inhalt und Design sind voneinander getrennt, sodass Sie mit Vorlagen arbeiten können und nicht selbst zum Designer werden müssen. 
  • Sie können Ihre E-Learning-Inhalte übersichtlich verwalten.
  • Sie können auch als großes Team gemeinsam an Ihren Onlinekursen arbeiten.
  • Ein Aufgabenmanagement ermöglicht das koordinierte Arbeiten für alle.
  • Ein integriertes Übersetzungsmanagement macht Ihre Kurse international.
  • Sie können bereits erstellte Trainingsinhalte jederzeit wiederverwenden.
  • Ihnen stehen spezielle Features für die Erstellung von E-Learning Kursen wie Fragetypen, interaktive Lernelemente oder z.B. Quiz zur Verfügung, die Sie ganz einfach einbinden können. 
  • uvm.

Die wichtigsten Funktionen und Features eines guten Learning Content Management Systems

Um von all diesen Vorteilen profitieren zu können und erfolgreiche E-Learning-Kurse zu erstellen, muss eine gute Autorensoftware spezielle Anforderungen erfüllen. Folgende Checkliste gibt einen Überblick über sämtliche Eigenschaften, Funktionen und Features, die Ihr LCMS mitbringen sollte.


Responsivität

Ein gutes Autorentool gibt ohne weitere Anpassungen sämtliche Inhalte vollständig responsiv aus, sodass Sie und die Lernenden frei wählen können, ob sie an Desktop-PCs, Tablets oder Smartphones lernen wollen.

Zusammenarbeit

In den seltensten Fällen ist eine Person allein für die Erstellung der E-Learning Kurse zuständig. Deshalb sollte das LCMS Ihnen die Möglichkeit zum kollaborativen Arbeiten bieten, damit Sie gleichzeitig mit Ihren Kollegen und Kolleginnen Ihre E-Learning Projekte vorantreiben können.

Übersetzungs­management

Schon bei kleinen Unternehmen, spätestens aber bei großen Konzernen müssen Inhalte häufig in verschiedenen Sprachen bereitgestellt werden. Das LCMS sollte daher über ein integriertes Sprachmanagement verfügen, das die Inhalte nicht nur übersetzt, sondern diese auch so im System organisiert, dass mehrere Sprachen und Schriftsätze im selben Kurs parallel abgelegt werden können. Im Optimalfall ermöglicht Ihnen das LCMS auch einen einfachen Export und Import einzelner Inhalte als XML-Pakete für die eventuelle Zusammenarbeit mit externen Übersetzungsdienstleistern.

Nachhaltigkeit

Ein professionelles Autorentool legt komplexe Inhalte als einzelne Inhaltsbausteine in einer zentralen Datenbank ab und ermöglicht so eine effektive Mehrfachnutzung für ein nachhaltiges Wissensmanagement. Auf diese Weise können Sie die einzelnen Inhaltsbausteine auch zu neuen Kursen rekombinieren. Aktualisieren Sie einen Baustein, werden die Änderungen automatisch in allen Kursen übernommen, in denen sich der Baustein befindet.

Kursverwaltung

Eine Kursverwaltung begleitet den gesamten Prozess von der Inhaltserstellung und medialen Aufbereitung, über die Reviews und Internationalisierung bis zur späteren Aktualisierung einzelner Inhalte. So behalten Sie alle Schritte des Workflows im Überblick.

Drag & Drop Editor

2021 dürfen Sie von Content Management Systemen erwarten, dass sich Inhalte easy und zeitsparend per Drag & Drop Editor zusammenstellen lassen.

Vorlagen

Aller Anfang ist schwer: Wie kann ein erfolgreicher Kurs aussehen? Wie wird er gestaltet? Welche Elemente kann ich nutzen? Ein gutes Autorentool stellt Ihnen eine Auswahl an Vorlagen zur Verfügung, an denen Sie sich orientieren können.

gängige Exportformate

Wenn Ihnen Ihre Autorensoftware nicht sowieso einen passwortgeschützten Serverplatz für Ihre Kurse bietet, ist es essentiell, dass Sie Ihre E-Trainings in allen gängigen Formaten exportieren können, um sie später im gewünschten Netzwerk zur Verfügung zu stellen. Gehen Sie daher auf Nummer sicher, dass Sie die fertigen Kurse als PDF, HTML-Webfile, HTML-SCORM- oder xAPI (TinCan)-Pakete downloaden können, wobei den beiden letzteren eine besondere Wichtigkeit zukommt, da sie nutzerbasierte Informationen speichern und so eine Fortschrittsmessung ermöglichen.

einfacher Review-Prozess

Ein integrierter Reviewprozess ermöglicht Ihnen die einfache Kennzeichnung einzelner Elemente, die durch Sie oder Teammitglieder vor Veröffentlichung geprüft und ggf. angepasst werden müssen. Der Arbeitsprozess wird so nicht nur übersichtlicher, sondern garantiert auch eine maximale Qualität Ihrer Kurse.

einfache Einbindung von Medien

Das LCMS muss im Sinne der Usability zwingend über eine Mediathek verfügen, in die Sie Grafiken, Video- und Audiodateien hochladen und dort auch verwalten können. Dabei sollte eine enge Verknüpfung zum Editor bestehen, sodass Sie die Medien einfach und schnell an den richtigen Stellen innerhalb Ihrer Kurse platzieren können.

interaktive Elemente

Gute E-Trainings zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie die Lernenden aktiv am Lernprozess beteiligen. Immerhin wollen Sie Wissen nicht frontal vermitteln, sondern wollen auch durch die eigene, aktive Wissensaneignung der Lernenden profitieren. Hierzu bedarf es spezieller interaktiver Elemente wie beispielsweise Video-Brakes mit Handlungsaufforderungen, Akkordeon-Elemente zum Ausklappen, Hotspots, Zuordnungselemente, aktives Erkunden von Elementen auf Bildflächen - um nur einige zu nennen.

Barrierefreiheit

Barrierefreiheit und Inklusion betreffen die digitale Welt gleichsam wie die analoge. Ein modernes Autorentool sollte daher mehrere Möglichkeiten bieten, die Kurse möglichst barrierearm zu gestalten, damit ggf. auch Menschen mit Einschränkungen die Kurse vollständig nutzen können. Lösungen können beispielsweise die Ausgabe von Sprechertexten als Audio, die Bedienbarkeit mittels Tastatursteuerung und die Ausgabe von alternativen Texten für Bildmedien sein.

vielfältige Fragemethoden

Im Idealfall bietet Ihr Autorentool unterschiedliche Fragemethoden an, sodass sich abwechslungsreiche Wissenstests erstellen lassen: Single oder Multiple Choice, Zuordnungsfragen, Bildauswahlfragen, Lückentexte, offene Fragen, Dialogfragen, … je mehr Fragemethoden, desto größer der Lernspaß!

Checkliste: 60 Kriterien zur Auswahl einer Autorensoftware

So finden Sie Ihre perfekte E-Learning Software für moderne E-Trainings

Die Auswahl an eine Autorensoftware im E-Learning (Learning Content Management Systemen) ist groß. Schnell verliert man den Überblick, welche Dinge für die Erstellung digitaler Lerninhalte benötigt werden. Die Grundlage für Ihre Entscheidung bilden zwei Fragen:

  • Welche Anforderungen an die Softwarelösung bestehen?
  • Welche Ansprüche werden meine Lerner an meine Kurse haben?

Beide Perspektiven zusammen ergeben die Gesamtanforderungen Ihres Unternehmens an die Softwarelösung. Mit dieser Checkliste halten Sie priorisiert und gezielt fest, welche Features und Funktionen für Sie relevant sind, um professionelle E-Learning-Inhalte zu erstellen. Im Anschluss können Sie ganz einfach prüfen, welche Software dafür in Frage kommt, indem Sie jede Lösung Ihrem ganz persönlichen Anforderungskatalog unterziehen. So kommen Sie schnell zum Ergebnis und behalten den Überblick!

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