Learning Management System

Learning Management Systeme: Vorteile & Funktionen von Lernplattformen

Magda Lehnert E-Learning Grundlagen, E-Learning Software

Lesedauer: 7 Minuten
Haben Sie bereits Ihre ersten E-Learning Kurse erstellt oder es zumindest geplant? Dann werden Sie wahrscheinlich wissen, dass es hierfür eine sogenannte Autorensoftware braucht. Doch wie können die Teilnehmenden anschließend eigentlich auf die Kurse zugreifen? Und wie können Sie auswerten, ob und wie die Lernenden die E-Trainings abgeschlossen haben? Die Lösung bringt das Learning Management System (LMS), noch besser bekannt als Lernplattform. In diesem Artikel erklären wir, was ein Learning Management System ist, ob und wann Sie ein LMS für Ihr E-Learning Vorhaben benötigen und welche Funktionen eine solche Lernplattform mit sich bringt.

Das Learning Management System: Eine zentrale Plattform zur Verwaltung der unternehmensinternen Weiterbildungen

Die so häufig gesehene Abkürzung LMS steht für Learning Management System. Dieses ist nicht zu verwechseln mit dem LCMS: Dem Learning Content Management System. Während man mit dem LCMS (auch Autorentool genannt) die E-Learning Kurse erstellt, verwendet man das Learning Management System, um

  • Onlinekurse zentral zu verwalten,
  • weiterführende Dokumente bereitzustellen, 
  • E-Trainings an die Lernenden zu verteilen,
  • Lernerfolge auszuwerten,
  • Wissen zentral auf einer Plattform zur Verfügung zu stellen und zu managen,
  • in den aktiven Austausch mit den Lernenden zu gehen,
  • eine Kommunikation und Diskussion unter den Lernenden zu gewährleisten.

Die Lernenden greifen so auf eine eine zentrale mobilfähige Lernplattform zurück, über die sie jederzeit und über jedes Gerät Zugriff auf all ihre Kurse, Fristen, Lernstände und Zertifikate haben. Sie haben stets ihre eigene Weiterbildung im Blick, da auf der Lernplattform relevante Onlinekurse direkt für sie bereit gestellt werden und sie darüber informiert werden, sobald ein neues E-Training absolviert werden muss oder die Frist zum Absolvieren langsam näher rückt. Das Wissen kommt zum Lernenden. 

Darüber hinaus bieten LMS weitere spezielle Funktionen, um das Lernen positiv zu beeinflussen und Management-Prozesse zu vereinfachen. Dazu zählen bspw. Funktionen, die das Social Learning und/oder das Adaptive Learning unterstützen oder auch integrierte Tools für Videokonferenzen und die Analyse der Lernerfolge. Dabei gilt: Je mehr Teilnehmende, desto wichtiger und lukrativer wird die Nutzung eines LMS. Nur mittels diesem lässt sich E-Learning zentral und ressourcenschonend organisieren.

LMS Defintion Learning

Learning

Die Lernplattform gibt allen Lernenden zielgruppen- und bedarfsgerechten Zugang zu Lerninhalten.

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Management

Die Nutzerprofile der Lernenden und die Lerninhalte werden zentral verwaltet, Lernfortschritte werden zentral gespeichert und können dort ausgewertet werden.

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System

Plattform, die das Ganze umsetzbar macht.

Warum sich der Einsatz eines Learning Management Systems lohnt: Alle Vorteile im Überblick

E-Learning allein bietet vielzählige Vorteile. Die Nutzung eines Learning Management Systems hilft nicht nur, diese vollständig auszuschöpfen, sondern erweitert gleichzeitig auch die Anwendungsszenarien und steigert den Lernerfolg messbar durch zusätzliche Funktionen. Folgend haben wir die 7 wichtigsten Vorteile der LMS zusammengefasst:

1. Beliebig viele Lernende

In einem LMS organisieren Sie beliebig viele Lernende. Einmal entwickelte Inhalte können dank des Systems einer beliebig großen Anzahl von Mitarbeitenden zur Verfügung gestellt werden. Über die Zuordnung der Mitarbeitenden zu ihren Abteilung oder z. B. Standorten können die Onlinekurse dann so den Lernenden zur Verfügung gestellt werden, dass jeder nur die E-Trainings auf seiner eigenen Lernplattform sieht, die für ihn auch relevant sind. Für den Registrierungsprozess stehen meist unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung: Entweder werden sie zentral importiert oder sie können sich direkt selbst registrieren und ihr Profil anlegen. Dabei gilt: Je mehr Teilnehmende, desto mehr rechnet sich das E-Learning.

2. Vereinfachte Organisation

Die Teilnehmenden erhalten auf ihrer Lernplattform nicht nur einen Überblick über Ihre anstehenden und abgeschlossene E-Trainings, sondern können auch Fristen einsehen, sich mit anderen Lernenden austauschen, auf zur Verfügung gestellte Dokumente zugreifen und Ihre E-Trainings im vorgegebenen Zeitrahmen so absolvieren, wie es für Sie optimal ist. Denn E-Training können jederzeit pausiert und später fortgesetzt werden. So können auch Leerzeiten in der U-Bahn auf dem Weg nach Hause als Lehrzeiten genutzt werden.  Das schafft Flexibilität, die sich nicht zuletzt auf den Lernerfolg auswirkt.

3. Zielgruppenspezifische Verteilung der Inhalte

Das Learning Management System macht es möglich, die Lerninhalte zielgruppengerecht zu verteilen. Denn schließlich brauchen unterschiedliche Abteilungen in der Regel auch unterschiedliches Wissen. Die wenigsten Kurse werden für all Ihre Mitarbeitenden gleichermaßen relevant sein. Im LMS ist die Verteilung einfach: Bestehende Kurse werden nur für diejenigen Lernenden freigegeben, die sie auch tatsächlich benötigen. Die so entstehende übersichtliche und individuelle Lernoberfläche senkt wiederum die Hemmschwelle mit dem Lernen zu beginnen.

4. Bedarfsgerechte Verteilung der Inhalte

Gleichzeitig erlaubt das LMS Lernfortschritte und Wissensstände zu erkennen und Kurse entsprechend dieser an jeden einzelnen Teilnehmenden auszugeben. Im Klartext: Hat einer der Lernenden bereits das nötige Vorwissen, können bspw. Kurse oder Teile davon übersprungen werden. So wird Langeweile vermieden und die Motivation hoch gehalten. Andersherum können Lernende mit Wissenslücken automatisch innerhalb der Kursreihenfolge zurückgestuft werden, damit auch wirklich jede*r die Trainings erfolgreich abschließen kann.

5. Standardisierte Qualität

Oft müssen Lerninhalte regelmäßig aktualisiert werden, denn es ändern sich z.B. gesetzliche Vorschriften im E-Training Arbeitsschutz oder Datenschatz oder der aktuelle Kunden-Coaching-Kurs enthält noch nicht die neusten Entwicklungen der erfolgreichen Kundenkommunikation. Da die Onlinekurse im Learning Management System zentral verwaltet und gesteuert werden, muss eine Aktualisierung nur ein Mal erfolgen. Im Anschluss wird der Onlinekurs automatisch allen Lernenden ausgespielt.

6. Optimale Vernetzung

Professionelle Lernplattformen bieten spezielle Funktionen, um die Lernenden innerhalb des Systems zu vernetzen und somit das Social Learning zu ermöglichen. So können die Teilnehmenden je nach Funktionsumfang innerhalb des Systems in direkten Austausch gehen, gemeinsam chatten oder sich in einer Videokonferenz treffen.

7. Auswertung

Learning Management System machen Lernerfolge zentral messbar. Da alle Inhalte und alle Lernenden zentral innerhalb eines Systems verwaltet werden, können dort auch sämtliche Lernfortschritte eingesehen werden. Gleichzeitig ermöglicht das die automatisierte Zusendung von Nachweisen und Zertifikaten und Boni für die Teilnehmenden. Unternehmen haben so jederzeit einen aktuellen Überblick darüber, über welche Wissensstände und Lernerfolge ihre Mitarbeitenden verfügen.

Die wichtigsten Funktionen und Features eines guten Learning Management Systems

Um von all diesen Vorteilen profitieren zu können, muss ein Learning Management System spezielle Anforderungen erfüllen. Folgende Checkliste gibt einen Überblick über ausgewählte Eigenschaften, Funktionen und Features, die ein Learning Management System mitbringen sollte.

Zielgruppen- und Benutzerverwaltung

Achten Sie darauf, dass Sie nicht nur die Nutzerprofile verwalten, sondern diese auch anhand von selbst definierten Kriterien in verschiedene Zielgruppen clustern können, um später Inhalte zielgruppengerecht zuweisen zu können. 

Rollen- und Rechtevergabe

Ähnlich wie in anderen Softwares auch hilft die Rollen- und Rechtvergabe, um Mitarbeitende verschiedener Positionen an der Organisation des E-Learning Vorhabens zu beteiligen. Meist liegt das Management der Weiterbildung aller Mitarbeitenden nicht nur zentral bei einer Person und verschiedene Organisatoren haben unterschiedliche Aufgaben innerhalb des Management-Prozesses. Diese müssen ganz klar im System abgebildet werden können, damit sich auch hier Ihre Unternehmensstruktur wiederfinden kann.

Mehrsprachigkeit

Wie auch das Autorentool, sollte ein Learning Management System in der Lage sein, unterschiedliche Sprachvarianten anbieten zu können. Ein englisch sprechender Mitarbeitender soll seine persönliche Lernplattform und seine E-Trainings natürlich auch automatisch in Englisch vorfinden.

Lernpfade

Lernpfade geben längst nicht mehr nur starr die Abfolge von Kursen vor, sondern passen sich individuell den Lernfortschritten und Wissensständen der Lernenden an. Sogenannte Pre-Tests helfen, das Wissen der einzelnen Teilnehmenden innerhalb der Kursreihenfolge zu verorten. Lernende mit viel Vorwissen können also zu einem fortgeschrittenen Punkt einsteigen, während andersherum Lernende mit wenig Vorwissen automatisch mit den Basics beginnen können. Abschließende Tests nach dem Kurs überprüfen das Wissen und leiten die Teilnehmenden anhand ihrer Ergebnisse weiter. So bleibt der Lernpfad zu jeder Zeit individuell und flexibel, Langeweile und Überforderung werden vermieden. Die Folge: Die Teilnehmenden bleiben motiviert, der Lernerfolg wird gesteigert.

Integriertes Analysetool

Das A und O für jedes Unternehmen ist natürlich ein integriertes Analysetool, um Lernfortschritte aller Lernenden zentral auszuwerten und Lernprozesse anhand dieser Ergebnisse präzise zu optimieren. So haben Unternehmen jederzeit einen aktuellen Überblick darüber, auf welchem Wissensstand sich ihre Mitarbeitenden befinden und können den Nachweis bringen, in gesetzlich vorgegebenen Bereichen regelmäßig Schulungen durchgeführt zu haben.

Zertifikate

Auf Basis des Analysetools sollte ein Learning Management System darüber hinaus in der Lage sein, automatisiert Zertifikate an die Lernenden zu versenden. Im Optimalfall lassen sich sogar Voucher oder ähnliche Boni zusammen mit den Zertifikaten virtuell übergeben. So erhält der Lernende nach Abschluss seiner Trainings auch für sich einen Nachweis darüber, dass er sich permanent weiter fortgebildet hat. 

Integrierbarkeit von E-Trainings

Selbstredend sollte es natürlich möglich sein, E-Trainings in Form von sogenannten SCORM-Paketen zu importieren. SCORM ist das gängige kompatible Dateiformat für E-Learning Kurse, vergleichbar mit pdf für Textdokumente. Achten Sie deshalb darauf, dass auch Ihre Autorensoftware den Export der Kurse als SCORM-Paket anbietet. Im Idealfall beziehen Sie jedoch Autorensoftware und LMS im Sinne der einfachen Integrierbarkeit vom selben Anbieter.

Newsfeed

Ein LMS, das es ermöglicht, sämtliche Vorteile des E-Learnings und Social Learnings auszunutzen, sollte ähnlich aufgebaut sein wie ein Soziales Netzwerk - inklusive Newsfeed. So können Sie Neuigkeiten - zum Beispiel zu neuen Kursen, zusätzlichen Weiterbildungsangeboten o.ä. jederzeit genau dort platzieren, wo es thematisch verortet werden kann und die Lernenden es auch garantiert wahrnehmen.

Downloads

Häufig kommen E-Learning Kurse mit additivem Material einher. Eine Downloadfunktion erlaubt es, das Material an passender Stelle zu platzieren.

Umfragen

Ein integriertes Umfrage Tool sichert die Qualität und bringt Ihnen direktes Feedback zu Kursen, Veranstaltungen oder anderen Inhalten, ohne dass dafür erst extern umständlich Umfragen erstellen zu müssen. So lassen sich auch einfache Fragen wie “Fanden Sie dieses Material hilfreich?” in den Lernprozess implementieren.

Kalenderfunktion

Inzwischen wissen wir: Ein LMS kann mehr als nur E-Trainings zu verteilen. Vielmehr können darüber sämtliche Weiterbildungsmaßnahmen abgebildet werden. Eine Kalenderfunktion gibt einen Überblick über sämtliche Fristen und Online- und Präsenzveranstaltungen.

Videokonferenzen

Da E-Learning - will man denn die Vorteile gänzlich ausschöpfen - gern mit Online-Seminaren oder Lerngruppen daherkommt, lohnt sich die Wahl eines LMS mit integriertem Videokonferenz Tool. Diese Tools verfügen i.d.R. auch über Funktionen, die speziell das virtuelle Lernen unterstützen.

Fazit

Learning Management Systeme lohnen sich immer dann, wenn Sie Wissen zentral verwalten, verteilen und auswerten wollen. Sie ermöglichen nicht nur, alle Lernenden und Lerninhalte zentral zu verwalten, sondern bieten darüber hinaus auch Funktionen, die die Lernenden im Sinne des Social Learning vernetzen, das Adaptive Lernen unterstützen und Ihnen jederzeit einen detaillierten Einblick in die Lernfortschritte aller Teilnehmenden bieten. Wenn Sie also ein solches E-Learning Vorhaben planen, benötigen Sie ein Learning Management System als multifunktionale Lernplattform.

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