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Microlearning

Vorteile und Chancen durch kleine Lerneinheiten

 
Microlearning als mobile E‑Learning-Methode

Nicht nur unser alltägliches Leben, sondern auch die Arbeitswelt wird durch neue Technologien immer schnelllebiger. Wo früher ein Kompendium bedient wurde, reicht heute eine kurze Google-Anfrage. Dennoch ist die nachhaltige Weiterbildung von Mitarbeitenden ein entscheidender Faktor für den Unternehmenserfolg. Weiterbildungsformate müssen sich deshalb flexibel den Lebensumständen anpassen. Steht das neue Wissen in kleinen, übersichtlichen und lösungsorientierten “Häppchen” zur Verfügung, können die Lernenden die Weiterbildung jederzeit in ihren Alltag integrieren – im Moment of Need im Büro oder Home Office, in der Bahn, in einer Kaffeepause oder abends für ein paar Minuten auf der Couch. Der Vorteil: Das sogenannte Microlearning (also Lernen in kleinen Einheiten) ist besonders effektiv, da nachhaltiges Lernen ohnehin schrittweise und über einen längeren Zeitraum stattfindet.

In diesem Beitrag finden Sie grundlegendes Wissen zum Thema Microlearning, eine Darstellung aller Vorteile, die sich für Sie als Unternehmen und die Lernenden ergeben, Anwendungsbeispiele und eine Übersicht der gängigsten Formen.

 

Was ist Microlearning?

Mit jeder neuen Technologie hat sich unsere Arbeitswelt beschleunigt. In Folge ist der Bedarf an schnell verfügbarem Wissen und schnellen Problemlösungen rasant gewachsen. Die Omnipräsenz unserer vernetzten Technologien ist gleichzeitig die Antwort: Wir googeln nach Lösungen auf dem Smartphone – sei es das Rezept fürs Essen am Abend, eine Anleitung für den Bau eines Regals oder ein Video Tutorial wie man Ukulele spielt. Ähnlich verhält es sich in der agilen Arbeitswelt. Der Effekt: Wir lernen nicht mehr auf Vorrat, sondern problem- und bedarfsbezogen, oft vor oder nach der Arbeit oder nebenher in Form einer Google Suche. Dieses ohnehin schon vorhandene informelle Lernen, lohnt es zu unterstützen: Im Kontrast zu komplexen Web Based Trainings mit mehrstündigem Lernaufwand, lässt sich Wissen auch in kleinen Einheiten und damit entsprechend unserer neuen Lerngewohnheiten vermitteln. Die Bezeichnung: Microlearning.

Die Lerneinheiten bedürfen beim Microlearning eines Zeitinvests von ca. 1 bis maximal 15 Minuten und können in verschiedenen Formaten abgehandelt werden, die zum jeweiligen Inhalt passen. So reichen die Formate von Erklärvideos, über kurze Quizzes, Lernkarten Infografiken oder sogenannte Nugget.

     

    Merkmale des Microlearnings im Überblick

    • informelles, bedarfsorientiertes Lernen
    • in kurzen, in sich abgeschlossenen Lerneinheiten
    • Dauer der Lerneinheiten: 1 bis max. 15 Minuten
    • liefert sofortiges und unmittelbares Feedback
    • unabhängig von Zeit, Ort und Gerät
     

    Unterscheidung von Macro- und Microlearning

    ...
     
     
    1. Adobe Photoshop bedienen lernen.
    2. Die neue Projektmanagement-Software bedienen können.
    3. Deutsche Datenschutzvorschriften kennen.
    4. Am neuen Arbeitsplatz einen Onboarding Prozess durchlaufen.
     
    1. Ein Bild in Photoshop aufhellen.
    2. Eine neue Aufgabe in der Projektmanagement-Software anlegen, Arbeitsfortschritte eintragen, Projektdateien zuweisen.
    3. Was sind personenbezogene Daten? Was muss beim Datenschutz beachtet werden? Wer ist für den Datenschutz zuständig?
    4. In einem virtuellen Rundgang anschauen, wo sich Kantine, Kopierraum und Silent Rooms befinden.
     
    Magda Lehnert | Bloggerin

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    In welchen Situationen und für wen ist Microlearning geeignet?

    Da sich beim Microlearning die einzelnen, kurzen Lerneinheiten mit jedem beliebigen Wissen in unterschiedlichen Formaten füllen lassen, ist der Einsatz universell und in allen Karrierestufen möglich. Beispielsweise

    • Qualifikation von QuereinsteigerInnen und BerufsanfängerInnen, Beispiel: Anleitung zur Einrichtung des neuen Arbeitsplatzes/neuer Arbeitsgeräte
    • Vermittlung neuen Fachwissens oder Kompetenzen für langjährige Mitarbeitende Beispiel: Anleitung zur Bedienung des Videokonferenz-Tools oder
    • in Form eines “Refreshers” für Führungskräfte. Beispiel: Tipps zur Umsetzung einer neuen Projektmanagement-Methode Microlearning kommt immer dann zum Einsatz, wenn schnell lösungs- und bedarfsorientiertes Wissen gefragt ist.
     

    Vorteile von Microlearning

    Microlearning bringt jede Menge Vorteile mit sich – sowohl für die Lernenden als auch für Unternehmen. Mitarbeitende finden durch Microlearning im Vergleich zu Macrolearning Entlastung im Alltag, werden durch konkretes Wissen am Arbeitsplatz unterstützt und stärken darüber hinaus noch ihren eigenen Wert im Unternehmen. Unternehmen gewinnen gleichzeitig qualifizierte Mitarbeitende, die durch das neue Wissen noch effektiver arbeiten und schnell neue Aufgaben übernehmen können, ohne dabei die Arbeitszeit zu sehr durch Lernzeit zu belasten. Auf diese Weise gehen die Interessen von Unternehmen und ArbeitnehmerInnen Hand in Hand.

    Wichtig ist jedoch zu prüfen, ob sich die zu vermittelnden Inhalte tatsächlich für Microlearning-Einheiten eignen, um die zahlreichen Vorteile auch vollständig ausschöpfen zu können.

     

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    Effektiv

    Wissen lässt sich am besten merken und abrufen, wenn es zunächst in kleinen Lektionen gelernt und anschließend immer wieder wiederholt und angewendet wird.

    Relevantes Wissen im Moment of Need

    Mit den kurzen und jederzeit mobil verfügbaren Lerneinheiten gelangen Lernende schnell ins Tun – genau dann, wenn das Wissen gebraucht wird oder ein für sie geeigneter Zeitpunkt zum Lernen ist.

    Lösungsorientiert und praxisnah

    Mit Microlearning lassen sich am besten Inhalte vermitteln, die in kurzer Zeit zu einer konkreten Lösung führen. Das gelernte Wissen lässt sich sofort anwenden.

    Zeit- und kostensparend

    Microlearning ist nicht nur für die Lernenden selbst zeitsparend sondern im gleichen Sinn auch für Sie als Unternehmen: Konkret anwendbares Wissen lässt sich in kurzer Zeit vermitteln; die Einheiten lassen sich exakt an den aktuellen Wissensstand der Mitarbeitenden anpassen.

    Flexibel

    Die kleinen Lerneinheiten lassen sich optimal in den bestehenden Alltag integrieren und machen das Lernen überall und immer möglich - egal ob in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit, in der Kaffeepause oder abends, während das Essen noch im Ofen ist.

    Kombinierbar

    Microlearning lässt sich problemlos mit anderen digitalen oder auch analogen Lernformaten zu effektiven Learning Journey kombinieren. Komplexe Seminare können so beispielsweise effektiv vor- oder nachbereitet werden, was wiederum die Anwendung des Wissens erleichtert und damit den Lernerfolg steigert.

    Schnell erstellt

    Im Gegensatz zu vollumfänglichen Onlinekursen können Sie kleine Wissenseinheiten schnell erstellen und ausrollen und verringern damit die interne Entwicklungszeit.

    Wiederverwendbar

    Durch die Unterteilung eines großes Lernzieles in kleine Lerneinheiten haben Sie mit dem richtigen Autorentool jederzeit die Möglichkeit, einzelne Wissensbausteine zu recyclen und in neue Kurse zu integrieren.

     

    Formen von Microlearning

    Interaktive Elemente

    Während man gelesenen Text relativ schnell wieder vergisst, kann man sich Informationen umso besser merken, wenn man selbst direkten Einfluss auf das Geschehen am Bildschirm nehmen kann. Ganz egal, ob nun interaktive Tabs, Ausklappboxen, Bilder- und Textkarusselle, Akkordeons, Buttons, Hotspots, interaktive Flipcards und Videos – je mehr die Lernenden in die Situation kommen, mit dem Inhalt zu interagieren, desto steiler wird die Lernkurve sein. Scheuen Sie sich nicht davor, die gesamte Bandbreite der angebotenen Elemente zur Interaktion auszuschöpfen.

     

    Videos

    Videos sind beliebt! YouTube hat fast 2 Milliarden eingeloggte Nutzer, die weltweit 1 Milliarde Stunden Videos täglich konsumieren. Neben dem Unterhaltungswert eignen sie sich hervorragend als Lernmedium, da sie sowohl die visuelle als auch die akustische Erfassung der Inhalte ermöglichen. So werden gleichermaßen zwei Sinnesorgane und damit auch zwei Lerntypen angesprochen. Das Ergebnis: Laut einer Studie werden Inhalte, die per Video vermittelt wurden, bis zu 22 mal mehr in Erinnerung behalten als reine Fakten.

     

    Quizzes

    Quizzes bedienen sich spieltypischer Elemente und sprechen damit auf vielfältige Weise die Emotionen der Lernenden an: Sowohl der angeborene Spieltrieb, der eigene Ehrgeiz und das fiktive Konkurrenzsystem motivieren zum “Spielen”/Lernen. Dabei lässt sich vorhandenes Wissen überprüfen und neues Wissen erlangen.

     

    Lernkarten

    Lernkarten sind die digitale Version der früheren analogen Karteikarte: Kurz knackig, interessant. Wie schon damals in der Schule genutzt, eignen sie sich z.B. hervorragend zum Festigen von Faktenwissen. Ein professionelles Lernkarten-Tool sollte dabei in der Lage sein, anhand von Erfolgen und Misserfolgen den Lernenden automatisiert die individuell relevanten Karten vorzulegen.

     

    Infografiken

    Infografiken eignen sich immer dann, wenn es darum geht, Daten und Zahlenwerte übersichtlich darzustellen. Sie helfen dabei, Zusammenhänge und Entwicklungen schnell zu erfassen. Der Einsatz von Icons und Farben hilft dabei vor allem visuellen Lerntypen, die Informationen besser zu erfassen.

    Formen von Infografiken:

    • statistische Infografiken
    • Zeitleisten
    • Prozessgrafiken
    • Geographische Infografiken
    • Vergleiche
    • Hierarchien
     

    Fazit.

    Microlearning ist die Antwort auf die Frage nach zeitgemäßem Lernen: Die Methode entlastet nicht nur Ihre Mitarbeitenden im Alltag, sondern findet auch sofort Lösungen für akute Problemstellungen. So fühlen sich die Mitarbeitenden am Arbeitsplatz unterstützt, während Unternehmen vom geringeren Zeitinvest profitieren. Gleichzeitig bleibt das Wissen dank der kurzen Einheiten lang im Kopf. Der Spaß am Lernen bleibt groß und wird sogar noch durch die geringe Hemmschwelle, die die Kürze der Einheiten mit sich bringt, gesteigert. Kurz: Microlearning senkt mit seiner Effizienz den Lernstress ohne dabei auf Ergebnisse und Lernerfolg zu verzichten.

     
    Magda Lehnert | Bloggerin
    Magda Lehnert
    Texterin
     

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    Bildquelle: Petryshak/shutterstock.com

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